Excerpt for Mein Alpha Wolf, Band 1 by , available in its entirety at Smashwords

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Mein Alpha-Wolf, Band 1

Nathan J Morissey


Copyright 2014 by Nathan J. Morissey

Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf weder vollständig noch auszugsweise auf irgendeine Art und Weise vervielfältigt, archiviert oder übermittelt werden.

Bitte beachten Sie, dass diese Geschichte explizite homoerotische und homosexuelle Inhalte hat und nicht für Leser unter 18 Jahren geeignet ist.

Dieses fiktionale Werk ist ein Produkt der Phantasie des Autors. Jegliche Ähnlichkeiten zu echten Personen, Orten und Ereignissen sind unbeabsichtigt und zufällig.

Bitte beachten Sie weiter, dass es sich bei allen dargestellten Charakteren um Erwachsene handelt.

Haftungsausschluss: Die folgende Geschichte ist ausschließlich für Unterhaltungszwecke gedacht. Der Autor übernimmt keine rechtliche Verantwortung für Folgen, die auftreten können, sollten Sie die hier dargestellten Sexualpraktiken selbst praktizieren. Es wird dringend dazu geraten, nur Safe Sex zu praktizieren.

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Mein Alpha-Wolf, Band 1


Begierde. Eine seltsame Sache. Wir wollen jemanden und sind nicht zufrieden, bis wir ihn haben. Es ist Teil der menschlichen Natur, dieses Verlangen, mit jemandem zusammen sein zu wollen.


Es ist paradox. Auf der einen Seite wollen wir unbedingt mit jemandem zusammen sein. Es gibt ein angeborenes Verlangen, uns ganz jemand anderem hinzugeben und es gibt nichts, was wir dagegen tun können. Auf der anderen Seite kann zu viel Zweisamkeit einen geradezu ersticken und man würde alles tun, um dem anderen zu entfliehen.


Glücklicherweise musste ich mir um letzteres keine Sorgen machen. Ich war in letzter Zeit nicht in der Lage, überhaupt einen Mann zu finden, von dem ich mich dann hätte befreien wollen.


Zu oft hatte ich nach einem ersten Date enttäuschende Textnachrichten erhalten.


So oder so ähnlich klang es jedes Mal: Hey Julien. Es war nett, dich kennenzulernen, aber ich sehe nichts Romantisches zwischen uns passieren. Lass uns einfach Freunde sein. Alles Gute.


Immerhin hatten sie den Anstand, mir zu antworten. Oft genug hatte ich den Jungs, mit denen ich ein tolles erstes Date gehabt hatte, geschrieben, doch sie hatten sich nicht einmal bequemt, mir zu antworten.


Nicht besonders nett, oder?


War ich so hässlich, zurückgeblieben und übelriechend, dass sie nichts mit mir zu tun haben wollten?


Was stimmt denn nicht mit mir? Ich bin ein netter Typ. Gibt es da irgendetwas, dass mich grundsätzlich undatebar macht?


Ich bin großzügig, freundlich und rücksichtsvoll. Ich arbeite sogar einmal pro Woche freiwillig in einem Altenheim, einfach weil es mich freut, die lächelnden Gesichter der Alten zu sehen.


Und ich weiß, dass ich nicht hässlich bin. Mein Gesicht ist symmetrisch genug, um als hübsch durchzugehen. Meine Nase sitzt etwas weit oben, aber so ist das bei den meisten Menschen französischer Herkunft. Ich habe hohe Wangenknochen, welche ich seit langem als das Beste an meinem Aussehen ansehe. Meine Ohren sind vielleicht ein bisschen groß und abstehend, aber man könnte auch sagen, dass sie mir Charakter verleihen.


Abgesehen davon habe ich kurze, braune, hochgegelte Haare, tiefe, grüne Augen, für die ich schon überproportional viele Komplimente bekommen habe, und einen schlanken, aber trainierten Körper, der sich durchaus sehen lassen kann.


Ich gehe schwimmen, stemme Gewichte und gehe dreimal pro Woche laufen. Ich bin absolut in Form.


An meiner Größe und meinem Gewicht kann es auch nicht liegen. Ich bin knapp 1,80 groß und bringe 77 kg auf die Waage, beides respektabel für einen 25-Jährigen Jungen aus der Stadt.


Stylish bin ich auch durchaus. Ich mag schwul sein, aber ich verhalte ich so maskulin, dass Leute, die mich treffen nichts von meiner sexuellen Orientierung bemerken, es sei denn, ich entscheide mich dazu, diese Information über mich zu offenbaren.


Wenn es also weder meine Persönlichkeit, noch mein Aussehen oder mein Verhalten ist, was zum Teufel ist es dann?!


Argh! Es frustriert mich so sehr, dass ich keinen süßen Kerl finden kann, der auch auf mich steht.


Habt ihr irgendeine Vorstellung davon, wie es ist, wenn jegliche sexuellen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben? Es ist schmerzhaft. Es ist deprimierend. Manchmal würde ich mich am liebsten umbringen.


Und das war es, was ich an diesem kalten Winterabend in Montreal vorhatte.


Ich stand auf dem Dach des dreistöckigen Mietshauses in der Avenue Papineau, in dem ich wohnte, bereit, allem ein Ende zu bereiten. Ich stellte mir vor, wie ich kopfüber auf dem kalten, harten Asphalt der Straße aufschlüge, in der es geschäftig von unpersönlichen, gefühllosen Autos und deren gleichgültigen Fahrern wimmelte. Wie würde es sein, wenn mein Körper auf dem harten Asphalt zerschellte? Wie würde es sich anfühlen, wenn diese gefühllosen Fahrzeuge meinen Körper rammten und überfuhren?


Schmerzhaft, so viel war mir klar. Und das war das Einzige, was mich davon abhielt, es tatsächlich zu tun. Das war es, weswegen ich zögerte.


Der Grund, weshalb ich ernsthaft darüber nachdachte, mich umzubringen – gefühlt zum hunderttausendsten Mal – war, dass ich mal wieder ein wunderbares erstes Date mit einem Mann gehabt hatte, nur um anschließend per SMS wieder eine Abfuhr zu bekommen. Es war einfach bezeichnend.


Ich weiß, das hört sich ziemlich melodramatisch an. Es war vielleicht auch eine Überreaktion, aber diese Art der Zurückweisung hatte ich immer und immer erfahren müssen.


Ich war gerade erst aus Orlando, Florida nach Montreal in Kanada gezogen. Ich brauchte Veränderung, eine Abwechslung vom ewig gleichen Alltag als einfacher Krankenpfleger, also entschied ich mich für den Umzug nach Kanada um einen Neustart zu wagen.


Ich war erst eine Woche in Montreal gewesen und fühlte mich einsam, also ging ich auf eine dieser Dating-Seiten für Schwule. Ich traf einen süßen Typen namens Tyler, er studierte englische Literatur an der Concordia Universität. Wir begannen zu chatten und fanden heraus, dass wir auf einer Wellenlänge lagen und uns gegenseitig mochten. Ich fragte ihn, ob er mich etwas in dieser gigantischen Stadt Montreal herumführte, und er willigte ein.


Wir waren im Viertel Rosemont-La Petite Patrie unterwegs gewesen, miteinander schwatzend und lachend. Es war ein kalter Tag und einmal hatte mich sogar bei ihm eingehakt, aber er hatte es nicht erwidert. In dem Moment wusste ich, dass er nicht wirklich etwas fühlte, dass er nicht wirklich auf mich stand.


Wir hatten uns um 13 Uhr getroffen und er hatte gesagt, dass er bis 17 Uhr Zeit hätte, aber um 14 Uhr erfand er eine Ausrede, um früher gehen zu können. Er sagte, er müsse zurück zur Arbeit in einem Thai-Restaurant, sie bekämen neue Arbeitskleidung und ein Kollege sei krank geworden und er müsse für ihn einspringen.


Wir gingen zurück zur Metrostation Sherbrooke und umarmten uns unbeholfen. Ich gab ihm sogar einen Kuss auf die Wange, aber auch das wurde von ihm nicht erwidert.


Ein paar Minuten nachdem er in der Metrostation verschwunden war schickte ich ihm eine SMS: Hey Tyler, es war schön, dich zu treffen. Danke, dass du mir die Stadt gezeigt hast. Ich würde dich gerne wiedersehen.


Aber ich bekam keine Antwort von ihm. Vielleicht war er noch in der U-Bahn und hatte keinen Empfang, versuchte ich mir einzureden.


Also schickte ich ihm ein paar Stunden später, so um 17 Uhr, noch eine Nachricht. Arbeite nicht zu hart auf der Arbeit. lol


Immer noch nichts.


Vielleicht war er auf der Arbeit sehr beschäftigt, dachte ich mir.


Vier Stunden später, gegen neun, unternahm ich noch einen Versuch. Ich wusste, dass es dämlich und verzweifelt von mir war, ihm zu schreiben, obwohl er sich bisher nicht die Mühe gemacht hatte, mir auf meine ersten zwei Nachrichten zu antworten, aber die Einsamkeit und Verzweiflung brachten mich dazu.


Hey Tyler, schrieb ich, ich hab das Gefühl, du hast heute nicht wirklich was gefühlt. Das ist schade, denn eine Stunde ist zu wenig, um jemanden wirklich kennenzulernen. Ich meine, wir haben uns noch nicht mal nackt gesehen. Wie wär's damit? Du kommst vorbei und wir ziehen uns aus und wenn du dann immer noch nichts fühlst, kannst du einfach wieder gehen und ich werde keine weiteren Fragen stellen. Ich werde nicht beleidigt sein. Ich weiß, ich bin ein böser Junge :P


Das Ende der Nachricht hatte einen heiteren, leicht verruchten Ton. Ich wollte meine Verzweiflung nicht zu offensichtlich machen, obwohl ich natürlich verzweifelt war.


Drei Stunden später hatte ich noch immer keine Antwort.


Es war komisch, wie schnell sich alles geändert hatte. Wir hatten fünf Tage damit verbracht, uns gegenseitig zu schreiben, heftig miteinander flirtend.


Es ist kalt heute Nacht, hatte ich ihm ein paar Tage vorher geschrieben. Ich hoffe, du hast es schön warm.


Mir wird schön warm sein, wenn du deine Arme um mich legst, hatte Tyler geantwortet.


Kuschelst du gerne? fragte ich.


Ich liebe Kuscheln! antwortete er.


Wie also kam er vom Wunsch, meine Arme wären um ihn gelegt, dazu meine SMS zu ignorieren? Das machte doch keinen Sinn!


Aber andererseits war mir vom ersten Moment, als wir uns an der Metrostation Place des Armes trafen, klar gewesen, dass er nichts von mir wollte. Ich wusste es einfach. Es ist ein Instinkt, den jeder hat. Niedlich war er allerdings: Ein kurz gewachsener, sich feminin gebender halb franko-kanadisch, halb iranischer schwuler Junge. Und dass ich attraktiv genug war, wusste ich auch.


Vielleicht mochte er meine heißen Fotos online, aber in Wirklichkeit sah ich doch anders aus? Aber wie können sich Leute in ein Foto verlieben und dann die echte Person nicht mögen?


Ich sah ein, dass ich wohl nicht zu überrascht sein sollte. Diese Scheiße passierte mir doch andauernd. Aber nur, weil es dauernd passierte, hieß das ja nicht, dass ich nicht die Schnauze gestrichen voll davon hatte, mir so einen Bullshit von anderen Jungs anzuhören. Es ergab einfach keinen Sinn.


Falls es wirklich die Foto-Sache war, so hätte er wissen müssen, dass Leute in Wirklichkeit für gewöhnlich nicht exakt so aussehen, wie auf ihren Online-Profilbildern, ganz besonders nicht im Winter. Meine Online-Bilder zeigten mich in einem Tanktop, das meine gut geformte Brust und meinen Bizeps zur Geltung brachte. Ich sah heiß aus. Aber bei unserem Treffen musste ich wegen des lächerlich kalten Wetters einen dicken, hässlichen Wintermantel tragen. Und es war noch nicht einmal Winter, es war erst Ende November. Dämliches Montreal-Wetter.


Während unserer Konversation per SMS hatte ich festgestellt, dass wir beide ziemlich direkt waren und nicht gerne Spielchen spielten. Wir meinten das, was wir sagten. Aber wenn er wirklich so direkt war, wieso schrieb er mir nicht wenigstens eine Nachricht und sagte mir, dass er romantisch gesehen nicht an mir interessiert war?


Oder sollte ich ihm vielleicht dankbar dafür sein? Schweigen ist immerhin besser als eine direkte Abfuhr, oder nicht?


Was tut mehr weh? Schweigen oder Abfuhr?


Oder tut beides vielleicht gleich weh?


Wie sollte ich also nun mit seinem eisernen Schweigen umgehen? Um ehrlich zu sein, hatte ich genau davor Angst gehabt. Online und per SMS lief es für mich immer super mit anderen Männern, aber wenn es dann so weit war, denjenigen persönlich zu treffen, schaffte ich es nie, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ich setzte mich immer dermaßen selbst unter Druck, wenn ich jemanden persönlich traf. Ich redete mir ein, ein geistreicher Meister der Konversation sein zu müssen. Ich redete mir ein, es dürfte niemals einen Moment der Stille zwischen uns geben, denn das würde ja heißen, dass uns die Gesprächsthemen ausgegangen waren und ich demnach versagt hatte, ihn zu beeindrucken und attraktiv für ihn zu sein. Ich redete mir ein, jemand anders sein zu müssen als ich selbst, oder besser gesagt eine übersteigerte, verbesserte Version meiner selbst. Dieses Bild für längere Zeit aufrecht zu erhalten war natürlich vollkommen unmöglich.


Während mir all diese Gedanken durch den Kopf schossen, versuchte ich meinen Tag mit Tyler zu rekonstruieren. Hätte ich vielleicht noch charmanter, witziger, intelligenter und einfühlsamer sein sollen?


Oder war ich vielleicht gar nicht das Problem. Es lag an ihm. Vielleicht war das Problem einfach, dass er ein verdammtes Arschloch war, der weder meine Zeit, noch meine Aufmerksamkeit und Zuneigung verdiente.


Ich starrte auf die blinkenden Lichter der Stadt.


Es fiel der erste – und nicht der letzte – Schnee des Winters und der eisige Schnee legte sich auf mein errötetes Gesicht.


Während der harsche, kalte Wind mir um die Ohren blies, fühlte ich einen innerlichen Schmerz. Es war ein emotionaler Schmerz, der zu einem körperlichen geworden war. Es war der Schmerz der Einsamkeit in einer großen, fremden Stadt, deren Hauptsprache Französisch war, eine Sprache, die ich nicht besonders gut beherrschte, die zwei Semester Französisch im College halfen da auch nicht wirklich weiter.


Wie sollte ich diese schmerzliche Einsamkeit also bekämpfen? Sollte ich ins Quartier Latin gehen, in Montreals Gay Village an der Rue Sainte Catherine und in den dortigen schwulen Nacht- und Stripclubs tanzen und feiern? Das hatte ich bereits an meinem ersten Abend in Montreal getan. Ich hatte die Metro genommen, war an der Station Beaudry ausgestiegen und war am Apollon Nachtclub, dem Club Unity und dem Sky-Komplex vorbeigeschlendert. Ich wollte allerdings nirgends reingehen, denn ich war nicht auf der Suche nach Action, ich war auf der Suche nach Liebe, nach einem Partner, der mir diese Liebe geben konnte. Ich ging nicht davon aus, in einem schwulen Tanzlokal einen vernünftigen Mann finden zu können.


Ich war sogar in einen Stripclub hineingegangen, Campus. Ein fetter, hässlicher Tänzer mit schlechtem Atem hatte mich am Arm gestreichelt und mich informiert, dass ein Lapdance für die Länge eines Songs (3 Minuten) 20$ kosten würde. Ich hatte höflich abgelehnt und den Laden wieder verlassen.


Was das Ganze noch schlimmer machte: Die einzigen Männer, die mich online anschrieben, waren solche, die ich nicht im Geringsten attraktiv fand: Alte, fette Männer mit schlaffer Haut. Immer schickten sie mir Nachrichten: Du bist so hübsch. Natürlich antwortete ich nie darauf, ich wollte ihnen keine falsche Hoffnung machen. Grausames Schicksal! Warum ist das Leben so ungerecht? So eine Scheiße passiert immer nur mir!


Ihr könnt euch also vorstellen, wie extrem meine Depression war als ich da oben auf dem Dach in der eisigen Kälte stand.


Nach kurzer Zeit war ich mit den Gedanken bei Jean-Pierre, einem netten Franko-Kanadier, dem ich es an meinem ersten Abend in Montreal erlaubt hatte, mir einen zu blasen. Allerdings war da der Altersunterschied. Er war 52. Er war alt genug, um mein Vater sein zu können. Online hatte er behauptet, er sei 45, aber die Wahrheit kam raus, als wir zusammen Pasta kochten. Er sagte, dass Leute ihn ignorierten, wenn sie sein wahres Alter herausfänden, also gab er 45 als sein Alter an, denn er konnte locker für 45 durchgehen. Ich kann nicht sagen, dass ich ihm einen Vorwurf mache. Ich hätte vermutlich das gleiche getan.


Ich hatte ihn online schon vor meinem Umzug aus Orlando kennengelernt. Ich hatte jemanden gesucht, der mich in der Stadt willkommen heißt und da kam er gerade recht, süß und nett, wie er sich online präsentierte.


An diesem ersten Abend in Montreal nahm er mich mit in sein Apartment, umarmte mich stürmisch und schon bald lagen wir auf seinem Bett. Es dauerte nicht lange, bis wir uns unserer Kleidung entledigt hatten. Wir wurden zu einem Haufen ineinander verschlungener, nackter Gliedmaßen während wir so herumtollten.


Aber während er mich so küsste und meinen Nacken streichelte und mir sagte, wie weich meine Haut sei, stellte ich fest, dass ich nicht wirklich auf ihn stand. Er hatte sich gut gehalten für seine 52 Jahre. Er war sogar im Fitnessstudio gewesen, bevor wir uns getroffen hatten. Er sagte, er trainiere gerne auf dem Laufband, was man seinem fitten Körper durchaus ansah.


Und obwohl seine Lippen sanft und feucht waren, war ich in einem ganz und gar nicht erregten Zustand. Nicht, dass mein Körper nicht auf seine Zärtlichkeiten reagiert hätte, mein Schwanz war steif, als er ihn lutschte. Weder mein Herz noch mein Geist reagierten auf ihn. Und das ist nunmal die wichtigste Zutat einer ernsthaften Beziehung. Herz und Geist müssen positiv auf einen Partner reagieren, anderenfalls wird die Beziehung früher oder später in die Brüche gehen. Simple Logik, oder nicht?


Er musste am nächsten Morgen auf Geschäftsreise nach Toronto, weshalb er früh schlafen gehen musste. Und obwohl wir uns auf seinem Bett ausgetobt hatten, waren wir zu nichts weiter als Oralsex gekommen, nur ein simpler Blowjob. Er hatte mir einen geblasen. Ich hatte ihm keinen geblasen. Keiner von uns war gekommen.


Er brachte mich zur Metrostation, umarmte mich und das war's dann im Wesentlichen.


Ich war noch unentschlossen. Auf der einen Seite hatte er eine eigene Wohnung, das machte schon einiges aus. Ich war gerade erst in Montreal angekommen und das Geld war knapp. Auf der anderen Seite fand ich ihn körperlich einfach nicht attraktiv. Sicher, ich mochte seine Persönlichkeit. Er hatte sogar für mich gekocht (Penne mit Hühnchen, Zwiebeln, Pilzen und Soße) nach unserem ungefähr einstündigen Techtelmechtel, aber die körperliche Anziehung war einfach nicht da. Er war fit. Seine braunen Haare waren kurz geschnitten. Er war relativ klein und nicht groß und stark, wie ich meine Männer am liebsten mag.


Und trotzdem, er war meine einzige Chance bis dahin und ich wollte so höflich sein, ihm für den netten Abend und die Pasta danken, also schrieb ich ihm, als ich zuhause war:


Danke fürs Abendessen! Lass uns chatten, wenn du von deinem Trip zurück bist.


Aber er hatte nie darauf geantwortet.


Ja, ich weiß. Typisch, nicht wahr?


Er war deutlich enthusiastischer gewesen, als er mir den Schwanz gelutscht hatte.


Ich weiß, das waren nur zwei Vorfälle in Montreal, aber glaubt mir, der gleiche Dreck war mir auch in Orlando immer und immer wieder passiert. Ich hatte einfach die Schnauze voll.


Ein Rascheln hinter mir unterbrach meinen Gedankengang.


Sofort im Kampf-oder-Flucht-Modus drehte ich mich um. „Wer ist da?“


Der Atem blieb mir beinahe im Hals stecken.


Hinter mir stand der atemberaubendste Mann, auf den ich jemals das Glück gehabt hatte, meinen Blick werfen zu dürfen.


Und das beste war, dass er obenrum unbekleidet war.


Das Mondlicht schien auf seine perfekt geformte Brust. Die Muskeln waren verdammt definiert. Ich könnte eine Ewigkeit damit zubringen, die Perfektion seiner Muskulatur und seines Körperbaus zu beschreiben, aber belassen wir es dabei, dass ich am liebsten meine Hand ausgestreckt hätte, um seine enormen Brustmuskeln zu befühlen und mich zu vergewissern, dass sie tatsächlich echt waren. Seine Bauchmuskeln waren kein Sixpack, sondern mindestens ein Tenpack und seine breite Brust und seine Schultern waren die eines Kriegers.


Ich wandte meinen Blick nun ab von seiner leicht behaarten Brust und nahm sein Gesicht in Augenschein. Mit seinen hohen Wangenknochen, einer kantigen Nase und seinen tiefen, braunen Augen sah er wie ein männliches Abercrombie & Fitch Model aus. Er hatte dunkle Bartstoppeln am Kinn und um seinen Mund herum. Es war so sexy! Ich mochte meine Männer schon immer ein bisschen ungepflegt. Es verströmte pure Männlichkeit.


Mein Blick wanderte herunter zu seinen Beinen. Er trug Bluejeans, doch ich konnte seine Beinhaare durch einige Risse hindurch erkennen. Seine Beinmuskeln waren so ausgeprägt, dass sie die Jeans beinahe sprengten.


Als ich so das Gesamtpaket begutachtete, war meine erste Reaktion: Verlangen. Ich wollte ihn ficken und von ihm gefickt werden. Ich weiß. Ich bin so ein alter, geiler Hund, nicht wahr? Ich kann nichts dafür. Ich bin schwul. Gleichzeitig sah er auch so aus, als würde er einen guten Freund abgeben. Er sah aus wie jemand, in den ich mich wirklich verlieben könnte, jemand, der mich halten und beschützen könnte.


Sein dunkelbraunes Haar – fast schwarz – fiel ihm ins Gesicht. Es war zerzaust, als wäre er gerade erst aus tiefem Schlaf erwacht. Es sah verführerisch aus. Ich bekämpfte das Verlangen, es ihm aus dem Gesicht zu streichen.


Er kam einen Schritt auf mich zu, wobei er leise knurrte.


Eine grüne Flüssigkeit tropfte ihm von der Brust und landete auf dem Boden.


Und in diesem Moment begriff ich, dass ich ein entscheidendes Detail bislang nicht bemerkt hatte.


Ich war so hypnotisiert von seinem beeindruckenden Körper gewesen, dass ich nicht bemerkt hatte, dass er an den Seiten blutete.


Die grüne Flüssigkeit spritzte nun auf den Boden.


Verwundert fragte ich: „Was ist das?“


Blut“, antwortete er.


Seine Stimme war tief und voll, fast mehr wie das Knurren eines wilden Tieres als eine menschliche Stimme.


Nichtsdestotrotz war sie verdammt sexy und ich wollte mein Ohr an seinen Mund pressen und zuhören, wie er mir stundenlang Zärtlichkeiten ins Ohr flüsterte.


Ich wischte diese amourösen Gedanken beiseite und versuchte mich wieder auf die Gegenwart zu konzentrieren.


Blut? Was hast du...“, begann ich.


Und in diesem Moment fiel er vornüber.

***


Zu seinem Glück fing ich ihn gerade noch rechtzeitig auf.


Seine Hände streiften meine während sein Kopf auf meine Brust fiel.


Ich packte ihn. Das Gewicht seines Körpers lastete nun ganz auf mir, was mich erregte. Ich stellte mir vor, dass es sich so ähnlich anfühlen würde, wenn wir miteinander schliefen. Seine ganzen 1,90 m und – dem Blick nach zu urteilen – 90 kg reine Muskeln über mir, mich zerdrückend.


Aber mir blieb ja bloß die Hoffnung. Ein so maskuliner Mann wie er war sicherlich nicht schwul. Auf der anderen Seite gibt es doch einige sehr männliche, schwule Männer da draußen.


Mein Gesicht war nur wenige Zentimeter von seinem entfernt, ich flüsterte: „Hey, alles in Ordnung?“


Keine Antwort.


Es war nichts zu hören, außer dem Geräusch seines schwer gehenden Atems und natürlich der Stille der unnachgiebigen Kälte.


Er sah so süß aus mit seinen geschlossenen Augen, ich wollte ihn so gerne küssen. Seine Lippen sahen so feucht und einladend aus...


Halt jetzt!, versuchte ich mich selbst zu zügeln. Das Leben eines Mannes ist in Gefahr. Er braucht Hilfe. Denkst du denn immer nur an deinen Schwanz?


Aus der Phantasie zurück in der Realität, musste ich erkennen, dass alles an mir hing. Und als medizinische Fachkraft war es mein Job, nein, meine Pflicht, sicherzustellen, dass es ihm gut ging.


Ein eisiger Windstoß traf mich, während ich ihn zurück ins Gebäude und schließlich in meine Wohnung schaffte.


Ich legte den Mann auf mein Bett. Ich hoffte, dass mit ihm alles in Ordnung war.


Für meinen Moment versank ich tief in Gedanken.


Mein erster Gedanke: Was für ein Glück! Ich war verzweifelt auf der Suche nach einem Mann und da war er! Es war, als hätte Gott höchstpersönlich zum ersten Mal meine Gebete erhört.


Mein zweiter Gedanke: Was zum Teufel ist dieses grüne Zeug, das da aus ihm heraus quillt?


Er sagte, es sei Blut, aber was für ein Mann hat grünes Blut?


Es muss da irgendetwas geben, dass er mir verschweigt, dachte ich.


In jedem Fall wusste ich, was zu tun war. Während meiner Ausbildung hatte ich gelernt, die Wunde zunächst mit sterilem Alkohol zu säubern und sie dann zu nähen, falls erforderlich.


Ich holte ein paar sterile Tücher und etwas Verbandszeug aus meinem Medizinschränkchen und kehrte ins Schlafzimmer zurück.


Da lag er, dieser geheimnisvolle, stattliche Mann. Er hatte sich ausgestreckt und seine Beine baumelten über die Kante der Matratze, seine kräftigen, gebräunten Arme ruhten neben seinem Körper.


Meine Güte, dachte ich. Mir stoppte fast der Atem. Der Anblick dieses Mannes ließ mich meine medizinische Ausbildung fast vergessen.


Ich starrte ihn für eine gute Minute einfach nur an.


Das Verlangen in mir kannte keine Grenzen.


Ich wollte ihn so sehr, dass meine Knie schwach wurden.


Womöglich sabberte ich sogar vor mich hin, ich bemerkte es nicht.


Der Anblick dieses Hengstes verwandelte mich in einen brabbelnden, sabbernden Vollidioten.


Halt jetzt!, versuchte ich mich erneut zu zügeln. Du kannst ihn so lange angaffen, wie du willst, nachdem du dich um seine Wunden gekümmert hat. Sein Leben ist in Gefahr, er könnte verbluten.


Also schüttelte ich die Träumereien für einen Moment ab und kniete mich neben ihn.


Ich versuchte, mich nicht vom Anblick seiner muskulösen Brust und seines scharfkantigen Gesichts ablenken zu lassen, während ich die grüne Substanz (ich konnte mich nicht dazu durchringen, sie als Blut zu bezeichnen) mit sterilen Tüchern aufwischte.


Zu unserer beider Glück waren die Wunden an den Seiten seines Brustkorbes nicht so tief, als dass man sie hätte nähen müssen, sodass ich sie lediglich mit großen Pflastern verarztete.


Als ich fertig war, nahm ich mir einen Moment Zeit, ihn zu begutachten.


Nun, im helleren Licht, fielen mir ein paar Sachen auf, die ich vorher übersehen hatte.


Zum einen sahen die Wunden aus, als hätte er sie sich in einem Kampf zugezogen.


Es war ziemlich erregend, sich vorzustellen, dass er in einem Kampf verwickelt gewesen war. Nur richtige Männer kämpften. So und nicht anders war es. Die männlichsten unter ihnen kämpften, um sich selbst zu verteidigen, ihre Familie, ihren Stolz oder ihr Gebiet.


Es erklärte, warum er vor Maskulinität nur so strotzte.


Nach näherer Betrachtung, stellte ich fest, dass die Risswunden aussahen, als seien sie ihm von einem wilden Tier zugefügt worden, vielleicht einem Hund oder einem Wolf.


War er von Tieren attackiert worden?


Ich wusste es nicht.


Und es gab da noch etwas, dass mir im Dunkel der Nacht nicht aufgefallen war.


Er hatte eine Tätowierung auf der unteren, rechten Seite seines Bauchs, die einen grünen Phönix zeigte, der aus der Asche emporstieg.


Tatsächlich hatte er sogar zwei Tattoos.


Das andere zeigte einen Wolf und einen Jaguar, beide mit erhobenen Tatzen, und befand sich auf seinem rechten Unterarm.


Was bedeuteten diese Tattoos? Waren es Erkennungsmale irgendeiner Art von Gang? Und was hatte er eigentlich auf meinem Dach zu suchen gehabt?


Es gab eine Menge unbeantworteter Fragen, aber eine Sache war sicher: Die Tattoos erhöhten die animalische Anziehungskraft dieses geheimnisvollen Mannes nur noch mehr. Ich war schon immer der Meinung gewesen, dass Tattoos an einem Mann verdammt sexy sind.


Ich saß am Fuß des Bettes und dachte nach.


In der Zwischenzeit gönnte ich mir einen weiteren Blick auf seinen Körper.


Seine Muskeln waren ein wahres Gottesgeschenk. Ich hatte noch nie einen Mann gesehen, dessen Muskeln so gut definiert und über seinen Körper verteilt waren. Ich wollte meinen Kopf an seine perfekt geformte Brust legen. Das Schlüsselbein verlieh seiner Brust noch das gewisse Etwas. Seine sich wölbenden Brustmuskeln waren wahrlich verlockend, ich wollte sie so gerne anfassen.


Der Schweiß tropfte ihm von der Stirn bis hinunter aufs Brustbein.


Seine breite Brust hob und senkte sich.


Er sah so sexy aus, wie er einfach nur dort lag und sich ausruhte.


Langsam und ohne selbst zu merken, was ich da gerade tat, hatte ich meine Hände in Richtung seiner massiven Brust ausgestreckt.


Julien!, hielt ich mich selbst zurück. Wie tief willst du sinken? Er ist ja noch nicht mal bei Bewusstsein. Willst du dich wirklich an ihm vergehen, während er schläft?


Nein, sagte ich mir, Rückzug!


Unter Einsatz meiner gesamten Willenskraft, nahm ich meine Hände zurück.


Der heiße Typ begann, etwas vor sich hin zu murmeln.


Ich konnte nicht verstehen, was er von sich gab, also beugte ich mich näher zu ihm.


Was?“, fragte ich.


Paimon“, murmelte er sanft mit seiner tiefen Stimme. „Paimon, nein! Bleib wo du bist!“


Wer ist Paimon?“, fragte ich ihn.


Als er darauf keine Antwort gab, bemerkte ich, dass er im Schlaf redete.


Ich wusste nicht viel über diesen Mann, nur zwei Dinge: Er war in irgendeine Art Kampf verwickelt gewesen und er war von jemandem namens Paimon verfolgt worden.


Ich hatte plötzlich Mitleid mit ihm. Er war definitiv in Gefahr, aber er war entkommen.


Als Krankenpfleger war ich von Natur aus eine fürsorgliche Person. Es schmerzte mich geradezu, jemanden zu sehen, der verletzt war und darüberhinaus wahrscheinlich noch immer in Gefahr.


Dieser Mann war ein Mysterium. Es verlangte mich danach, mehr über ihn herauszufinden.


Seit ich mich näher zu ihm gebeugt hatte, um zu verstehen, was er sagte, war ich nur noch einen Zentimeter von seinem Gesicht entfernt.


Seine Körperwärme erfüllte mich mit rohen, fleischlichen Gelüsten. Ich wollte es mit diesem Hengst von einem Mann treiben.


Und sein Geruch. Oh Gott, sei gnädig!


Er roch nach Schweiß, roh und maskulin, es war schon fast als Gestank zu bezeichnen, aber ein sehr männlicher. Ein anderer Geruch mischte sich auch noch dazu, ein Parfum, das als zitrusartig beschrieben werden kann.


Was auch immer es war, der Effekt auf mich war magisch und magnetisch.


Ich traute mir selbst nicht in seiner Gegenwart. Seine bloße, maskuline Präsenz weckte einen Urinstinkt in mir. Ich wollte, dass er mich rannimmt und pausenlos durchvögelt.


Mein Blick wanderte an seinem Körper herunter, in Richtung seiner zerrissenen Jeans. Sie war unterhalb der Knie aufgerissen und bronzene Haut war zu sehen. Ich konnte sogar seine goldene Beinbehaarung erspähen.


Oh Gott, dachte ich.


Mein Schwanz regte sich langsam.


Ich verlor die Kontrolle über mich selbst... und dabei war er noch nicht einmal bei Bewusstsein. Ich fühlte mich so schwach. Mir gefiel das Gefühl nicht, jemanden so sehr zu begehren, aber auf der anderen Seite war es ein Genuss, einen solchen Adonis vor mir zu sehen.


Was sollte ich also tun? Ihn für weitere Untersuchungen und Behandlungen in das Krankenhaus bringen, in dem ich arbeitete? Oder ihn einfach auf meinem Bett liegen lassen, bis er aufwachte? Es hört sich vielleicht egoistisch an, aber wollte dieses Juwel von einem Mann mit niemandem teilen. Ich wollte ihn ganz allein für mich.


Ich blickte ihm ins Gesicht.


Er hatte eine Narbe in Form eines Dreiecks auf seiner rechten Wange.


Wer auch immer er war, dieser Typ hatte offenbar schon einige Kämpfe hinter sich. Er wirkte auf mich wie ein aggressiver Alpha-Mann, sicherlich eine Art von Anführer irgendeiner Gruppe. Seine Narben untermauerten das.


In diesem Moment öffnete er die Augen.


Ich verlor mich in seinen tiefen, brauen Augen.


Er setzte sich auf. „Wo bin ich?“


Du bist jetzt in Sicherheit“, sagte ich. „Hast du mit jemandem gekämpft?“


Ja, ich glaube schon...“, sagte er und verlor dann den Faden.


Du erinnerst dich nicht?“, fragte ich.


Es ist alles ziemlich verschwommen“, sagte er. „Irgendwas hat mich getroffen und dann wurde ich bewusstlos.“


Du hast im Schlaf den Namen Paimon gerufen. Du hast ihm gesagt, sich von dir fern zu halten.“


Er hob eine Braue. „Paimon?“


Ja“, sagte ich.


Er sah wirklich atemberaubend gut aus.


Ich hätte ihm den ganzen Tag lang in die Augen schauen können. Und das dunkle Haar, das ihm ins Gesicht fiel... nun ja, der Pfleger in mir wollte es ihm am liebsten aus dem Gesicht streichen.


Plötzlich hustete er laut und griff sich an seine breite, nackte Brust.


Oh scheiße“, sagte er, „Ich glaube, ich wurde vergiftet.“


Vergiftet?“, echote ich, „Von wem?“


Anstatt etwas zu entgegnen, zeigte er auf seine Genitalien.


Mein Gesicht errötete, als ich dort eine gewaltige Ausbuchtung bemerkte.


Ich brauche jemanden, der mir damit behilflich ist“, sagte er.


Was?“, sagte ich, ohne wirklich zu glauben, was ich da gerade gehört hatte.


Unverblümt, als wäre es die natürlichste Sache der Welt, öffnete er den Reißverschluss seiner Jeans und zog sie herunter.


Dann zog er seine enge, weiße Unterhose herunter und sein erigierter Penis kam zum Vorschein. Er war gute 16 Zentimeter lang, zweieinhalb Zentimeter breit und übersät mit pulsierenden Adern.


Ich spüre, wie das Gift durch meinen Körper fließt“, sagte er. „Die einzige Möglichkeit, es loszuwerden, ist hier durch.“ Er zeigte auf seinen Ständer. „Hilfst du mir? Bitte?“


Oh. Mein. Gott., dachte ich bei mir. Passiert das hier gerade wirklich?


Ein Schwall der Erregung lief durch meinen Körper.


Äh...“, sagte ich, unsicher, was ich nun tun oder sagen sollte. „Willst du, dass ich es dir mit der Hand besorge?“


Ohne eine Miene zu verziehen sagte er: „Es ist besser, wenn du es aus mir heraus saugst. So geht es schneller.“


Ich starrte ihn mit offenem Mund an.


Wollte er mich verarschen?


***


Noch immer in einem Zustand irgendwo zwischen Schock und Erregung saß ich dort am Fuß meines Bettes, vollkommen sprachlos. Meinte der Typ das wirklich ernst? Wollte er wirklich, dass ich seinen köstlich aussehenden Schwanz lutsche?


Beeil dich“, rief er, „Wir haben nicht viel Zeit. Du würdest mir einen großen Gefallen tun.“


Ich warf einen Blick auf sein bebendes bestes Stück und wurde so geil, dass die tierischen Instinkte in meinem Hirn die Kontrolle übernahmen.


Ich umschloss seinen pulsierenden Schwanz mit meinem hungringen Mund und begann gierig zu saugen. So einen leckeren Schwanz hatte ich noch nie im Leben gelutscht, und ich habe schon einige Schwänze gelutscht.


Sein Schwanz war saftig und fleischig, ich wollte ihn am liebsten ganz herunterschlucken, was natürlich unmöglich war, falls ich ihn nicht abbiss.


Von unten erhaschte ich einen kurzen Blick auf ihn.


Er hatte die Augen geschlossen und genoss die Lust, die ich ihm mit meinem Mund bereitete, sichtlich.


Ich wickelte meine Zunge um den Schaft seines Penis. Ich lutschte so heftig, dass die Spitze seines Schwanzes mir gegen die Rückseite meines Rachens schlug.


Er reagiert mit leichtem Stöhnen und atmete dann langsam aus, ich verstand es als ein Zeichen der Erleichterung.


Ermutigt durch seine Reaktion und bestärkt durch das Vergnügen, das mein Mund ihm erkennbar bereitete, lutschte ich noch weiter.


Während ich da unten zugange war, inhalierte ich den urtümlichen Duft seines Schwanzes. Er roch ein bisschen eklig, aber gleichzeitig sehr sexy.


Vorsahne tropfte von seinem Schwanz in meinen Hals. Ich nahm den salzigen Geschmack auf meiner Zunge wahr.


Er stieß einen weiteren sanften Seufzer aus.


Sein verschwitzter Körper begann zu zittern und dann unkontrolliert zu beben.


In diesem Moment wusste ich, dass er bereit war, zu kommen.


Normalerweise hätte ich sein Sperma geschluckt, aber nachdem er gesagt hatte, es wäre giftig, nahm ich seinen Schwanz lieber aus dem Mund.


Sein Schwanz ploppte mit einem lauten Knall aus meinem Mund.


Ich konnte klar sehen, wie meine Spucke seinen Schaft bedeckte.


Allein dieser Anblick erregte mich pervers.


Mein Schwanz, schon hart und überzogen mit Vorsahne, war jetzt schmerzhaft steif.


Ich war kurz davor zu kommen, aber ich ignorierte dieses Verlangen und konzentrierte mich ganz auf den hübschen Mann vor mir.


Er stieß etwas Luft aus und dann begann sein gesamtes Gesicht zu zittern.


Oh scheiße, Mann“, rief er, „Ich komme gleich!“


Und das tat er.


Er wichste seinen harten Schwanz wie verrückt und schon bald ergoss sich ein Spermafluss aus seinem Schwanz und schoss auf meine Brust.


Aber mit der Farbe seines Spermas stimmte etwas nicht. Es war nicht weißlich, sondern violett.


Das musste an dem Gift gelegen haben.


Vielen Dank“, sagte er, während sich seine muskulöse Brust hob und senkte. „Du hast mir das Leben gerettet.“


Ich fragte mich, was für eine Art Belohnung mich wohl erwartete, dafür, dass ich diesem sexy Hengst das Leben gerettet hatte.


Ist mit dir jetzt wieder alles in Ordnung?“, fragte ich. „Dieses violette Zeug, das Gift, ist alles draußen?“


Ja“, sagte er, während er begann, aufzuräumen und seine Unterwäsche und seine Hose wieder anzuziehen.


Ich bin Julien“, sagte ich.


Ich heiße Hunter“, sagte er. „Ich schätze, das ist nicht die Art und Weise, wie du normalerweise Männer triffst.“


Woher wusste er, dass ich schwul war? Es war doch nicht wirklich offensichtlich?


Nein“, sagte ich, „nicht wirklich. Also, wer hat dich vergiftet?“


Er kniff die Augen zusammen. „Ich kann mich nicht erinnern.“


Wie kamst du auf das Dach meines Hauses?“, fragte ich.


Ich erinnere mich nur daran, dass ich von irgendwas gejagt wurde...“


Irgendwas?“, wiederholte ich.


Ja“, sagte er.


Für einen Moment sprach keiner von uns.


Ich nutzte die Stille, um alles zu verarbeiten. Dass er der heißeste Typ war, den ich in meinem Leben jemals gesehen hatte, war klar. Aber es war nicht klar, wer er war, wie er hierher gekommen war und warum sein Blut grün war.


Aber meine Gedanken wurden von dem wunderbaren Geruch von Sex und Sperma unterbrochen, den Hunter verströmte.


Hunter. Was für ein Name. Der maskuline Name eines Anführers.


Ich beäugte den kleinen Tropfen Sperma, der auf seinem Shirt trocknete und benötigte all meine Willenskraft, um nicht zu ihm zu springen und den Tropfen aufzulecken. Ich wollte etwas von diesem ultra-maskulinen Samen in mir.


Also, nochmal zusammengefasst:“, sagte ich, „Alles, woran du dich erinnerst, ist, dass dein Name Hunter ist und das du von etwas gejagt wurdest?“.


Er nickte.


Ich fragte: „Könnte es Paimon gewesen sein?“


Er nickte wieder. „Möglich.“


Er blickte mich an.

Seine braunen Augen hypnotisierten mich.


Danke“, raunte er.


Was er dann tat, kam vollkommen unerwartet.


Er nahm seine Arme, umschlang meinen Körper und zog mich an sich.


Die Hitze seiner Haut auf meiner zu spüren war elektrisierend.


Mein Herz klopfte wie wild und ich fragte mich, was er wohl als nächstes tun würde.


Dann legte er mir beide Hände fest auf die Wangen und gab mir den besten Kuss, den ich jemals bekommen habe. Seine weichen Lippen massierten meine auf leidenschaftliche, aber dennoch sanfte Art und Weise.


Ich schloss meine Augen und genoss das Gefühl.


Seine Zunge streifte meine ganz beiläufig, was ich sofort erwiderte.


Es war, als würden wir uns paaren, uns vermehren, dieser Austausch von Körperflüssigkeiten und Lust.


Sein weiches Haar streifte meine Stirn, es kitzelte. Seinem Beispiel folgend griff ich seine Wangen mit beiden Händen und zog ihn noch dichter zu mir heran.


Wir küssten uns für eine gefühlte Ewigkeit, einander einfach nur genießend.


Viel zu schnell beendete er den Kuss.


Sein Schlafzimmerblick war verträumt und betörend.


Er sah ruhig und entspannt aus.


Er sah atemberaubend aus.


Wow!“, entfuhr es mir, noch immer überwältigt von der Leidenschaft und Intensität seines Kusses.


Es war, als seien meine Träume wahr geworden. Ich hatte nicht mal erwartet, ihn an diesem Abend berühren zu können, von küssen ganz zu schweigen.


Das beste von allem war, dass Hunter ganz offensichtlich auch schwul war, allerdings war er keine von diesen verweichlichten Prinzessinnen. Er war ein männlicher Kerl, der eben auf Schwänze stand. Und trotzdem blieb er ein Mann, männlicher als alle Heteros, die ich kenne.


Mit heiserer Stimme fragte er: „Bist du schon lange in Montreal?“


Erst seit ein paar Wochen“, antwortete ich.


Oh“, sagter er mit einem Grinsen, „Bienvenue. Willkommen in Montreal.“


Was für eine Begrüßung, dachte ich mir.


Was er dann tat, war nicht weniger schockierend.


Er sammelte mit seinen Händen etwas von dem halb trockenen Sperma auf meiner Brust auf, drehte mich herum, zog mir die Hose herunter und rammte mir seinen mit Sperma überzogenen Finger heftig in mein schmerzendes Arschloch.


Ich spürte die Feuchtigkeit in meinem Anus, als er mir seinen Finger reinstieß.


Ich stöhnte, vor Überraschung ebenso wie vor Lust.


Du gehörst jetzt mir“, verkündete er, „Du gehörst jetzt ganz mir.“


Ich gehöre jetzt dir“, wiederholte ich, ohne wirklich zu verstehen, was das zu bedeuten hatte, aber erregt bis zum Geht-nicht-mehr. Ihm zu gehören, der Gedanke machte mich komplett geil.


Mit fester Stimme sprach er: „Du bist jetzt mein Eigentum.“


Ich bin jetzt dein Eigentum“, antwortete ich, fast wie in Trance.


Seine Stimme war hypnotisierend und ich wollte tun, was immer er mir befahl. Ich würde ihm folgen bis ans Ende der Welt und zurück.


Ich fand es sehr alpha und maskulin von ihm, wie er seinen eigenen Saft genommen hatte und ihn mir in den Arsch gerammt hatte um sein Gebiet zu markieren und seine Ansprüche anzumelden.


Ich wollte nichts weiter, als sein Eigentum zu sein. Ich wollte nichts weiter, als Hunter vollständig zu gehören.


Er lehnte sich zu mir herüber und beschnupperte mich.


Zunächst war ich verwirrt, doch dann verstand ich, dass dieses Schnüffeln ein weiterer Ausdruck davon war, dass er Anspruch auf mich erhob.


Also beugte ich mich zu ihm und beschnupperte ihn ebenfalls.


Er roch wunderbar. Dieser würzige Zitrusduft würde mich mein Leben lang verfolgen.


Er beäugte die Verbände, die ich ihm angelegt hatte und legte mir sanft eine Hand auf die Wange. „Du hast dich sehr gut um mich gekümmert. Du bist jetzt mein Gefährte.“


Dann küsste er mich sanft auf die Lippen.


Ich wusste nicht wirklich, was er damit meinte, aber natürlich würde ich mit Freude sein Gefährte werden. Was das bedeuten würde, war mir allerdings nicht klar. Zum Beispiel, würde es bedeuten, dass wir Nachwuchs zeugten? Und falls ja, wie sollte das biologisch möglich sein?


Es fühlte sich ein wenig merkwürdig an, aber es schürte auch wilde, urtümliche Gefühle in mir. Es sprach den animalischen Teil meines Geistes an. Ich wollte mit ihm schlafen. Ich wollte, dass wir vögeln wie die Karnickel.


Mein Schwanz wurde noch steifer als ohnehin schon. Die Lusttropfen begannen schon wieder zu fließen.


Dann begann er, mich wieder zu beschnüffeln, wobei seine Nase an meinen Wangen entlang strich. Ich wurde von wunderbaren Gefühlen überflutet, es war, als würde ich auf einer Wolke schweben, in einem Traum verloren.


Ein plötzliches Kratzgeräusch am Fenster unterbrach unseren Moment der Intimität.


Da waren zwei Tatzen, die an meinem Schlafzimmerfenster kratzten.


In Furcht versetzt stand ich auf.


Hunter ließ ein Knurren hören. „Bleib zurück. Das könnte gefährlich werden.“


Ich spähte aus dem Fenster, um einen Blick auf das wilde Tier zu erhaschen, dass sich an meinem Fenster zu schaffen machte.


Was ich dort sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.


Es war ein Jaguar.


Kein Hund, keine Katze, auch kein wilder Wolf.


Es war tatsächlich ein gelber Jaguar mit zwei enormen Augen, einem Maul voller scharfer Zähne und einem geschmeidigen, kräftigen Körper.


Mit seinen Tatzen kratzte er noch immer an meinem Fenster.


In diesem Moment wehte ein Windstoß die Vorhänge zur Seite, sodass Mondlicht in den Raum fiel.


Hunter erhob sich.


Aufrecht stehend sah er noch deutlich größer aus als die knapp 1,90 m, auf die ich ihn eingeschätzt hatte.


Dann gab er ein tiefes, knurrendes Geräusch von sich, es hörte sich unmenschlich an. Das Geräusch schien direkt aus seinem Rachen zu kommen.


Der Vollmond warf sein Licht auf ihn und was ich dann sah, brannte sich für immer in mein Gedächtnis ein.


Hunter, dieser heiße Hengst, der mich zu seinem Gefährten gemacht hatte, verwandelte sich vor meinen Augen in einen Wolf.


Seine Beine wurden zu den Läufen eines Wolfs, seine Hände und Füße wurden zu Tatzen. Sein Körper dehnte sich aus, bis er schließlich auf allen Vieren auf dem Boden stand.


Sein Mund wurde zu einem kräftigen Maul und seine Augen verwandelten sich in die wilden, schwarzen Augen eines Wolfs.


An seiner Hinterseite wuchs ihm ein Schwanz.


Sein geschmeidiger Körper war athletisch und muskulös. Er war bedeckt von einem glänzenden, grauen Fell.


Hunter war auch in Werwolfgestalt der gleiche aggressive, athletische Krieger, der er in menschlicher Gestalt war.


Er drehte sich zu mir um um legte mir eine Pfote auf die Schulter, als wollte er mich warnen, dem bevorstehenden Gemetzel fern zu bleiben.

Dann ließ er ein wildes Gebrüll los, dass es mich schüttelte.


Ich bekam eine Gänsehaut, als er erneut brüllte.


Der Jaguar brüllte zurück.


Für einen Moment hielten die beiden wilden Tiere ihre Stellung, keiner von ihnen gewillt, sich zurückzuziehen.


Und dann, bevor ich überhaupt merkte, was gerade passierte, katapultierte sich Hunter nach vorn durch das Fenster, das unter großem Lärm in unzählige Scherben zerbarst.


Mit klopfendem Herzen und großen Augen verfolgte ich seinen Kampf mit dem Jaguar.


Die beiden wilden Tiere legten sofort richtig los, versuchten sich mit ihren Klauen zu erwischen und wichen einander aus, wenn es nötig war.


Unter donnerndem Gebrüll fochten die beiden es untereinander aus.


Der Schweiß trat mir auf die Stirn, während ich hilflos zusah.


Hatte sich Hunter gerade vor meinen Augen in einen Werwolf verwandelt?


Und jetzt kämpfte er mit einem Jaguar?


Verschiedenste Emotionen überkamen mich. Die Aufregung des Kampfes. Die Sorge um Hunter. Die Erregung, meinen Mann kämpfen zu sehen, um mich zu beschützen.


Ihm zuzusehen, wie er wie das Alpha-Männchen (oder besser gesagt, der Alpha-Wolf) kämpfte, machte mich ganz geil.


Es hatte etwas sehr heißes, animalisches, urtümliches an sich, ein Alpha-Männchen dabei zu beobachten, wie es im Kampf meine Ehre und meine Sicherheit verteidigte.


Der Kampf war ausgeglichen, bis der Jaguar meinen Gefährten schließlich am Boden hatte, seine Klauen an Hunters Hals.


Ich suchte verzweifelt nach etwas, mit dem ich den Jaguar hätte bewerfen können, doch das war gar nicht nötig.


Hunter hatte sich des Griffs des Jaguars entledigt und ihn dann mit einem geschmeidigen Hieb vom Dach des Gebäudes gestoßen.


Ein lautes Jaulen war zu hören, als der Jaguar einige Stockwerke tief stürzte. Es war nicht hoch genug, als dass es tödlich für ihn enden würde, aber er würde sich definitiv verletzen.


Noch immer in Alarmbereitschaft, eilte ich zur Tür hinaus aufs Dach.


Als ich ankam, sah ich, wie Hunter sich wieder zurück in einen Menschen verwandelte.


Ich eilte zu ihm. „Hunter! Alles OK?“


Er lag auf dem Boden, alle Viere von sich gestreckt.


Ich kniete neben ihm nieder und legte seinen Kopf in meinen Schoß.


Abgesehen von einer kleinen Wunde auf der Brust war ihm nichts passiert.


Ja“, sagte er, schwer atmend.


Was war das?“, fragte ich.


Ein Feind“, antwortete er.


Ich blickte in sein attraktives Gesicht. Seine Augen hatten nun, wo er wieder eine menschliche Form angenommen hatte, wieder diese schöne, braue Farbe.


Was verschweigst du mir?“, fragte ich.


Tyler, der Jaguar, ist hinter mir her. Der, den ich gerade vom Dach geworfen habe, ist einer von seinen Lakaien. Wir haben uns um die Führerschaft eines vereinigten Rudels von Werwölfen und Wer-Jaguaren gestritten.“


Das erklärte das Tattoo von einem Wolf und einem Jaguar auf seinem Unterarm, dachte ich mir.


Es tut mir leid, dass ich dich da mit hereingezogen habe“, sagte er, „Das sind sehr gefährliche politische Angelegenheiten, in die ich da verwickelt bin.“


Ich bin jetzt dein Gefährte“, sagte ich bestimmt. „Ob du es willst oder nicht, ich bin involviert.“


Ich wollte einfach nur jemanden, an den ich mich dranhängen konnte. Ich wollte mich ganz jemandem wie ihm hingeben. Und sein Eigentum zu sein, bedeutete, dass seine Schlachten auch zu meinen wurden.


Er lächelte, seine Schönheit blendete mich.


Ich fuhr fort: „Außerdem kann ein bisschen Gefahr ja ganz aufregend sein.“


Ich musste zugeben, dass mein Leben ziemlich langweilig geworden war, bevor ich ihn getroffen hatte.


Er stand für Gefahr. Er stand für Nervenkitzel. Er stand für Leidenschaft. Er stand für Sex. Er stand für Liebe.


Er legte mir eine Hand auf die Wange, ein Zeichen von Zufriedenheit.


Ich fragte: „Wie lange bist du schon ein Gestaltwandler?“


Fünf Jahre“, antwortete er. „Ein Werwolf hat mich eines Nachts gebissen, als ich im Parc Lafontaine spazieren ging.“


Kannst du dich nach Belieben in einen Wolf und zurück verwandeln?“, fragte ich.


Er nickte. „Normalerweise.“


Er griff sich an die Brust und begann zu husten.


Besorgt sagte ich: „Ich werde mich gut um dich kümmern, Hunter.“


So wie du dich gut um meine emotionalen Bedürfnisse kümmerst, dachte ich, selbstverständlich ohne es laut auszusprechen.


***


Nach diesem wilden Kampf musste sich Hunter zunächst ausruhen.


Nachdem ich seine kleine Wunde versorgt hatte, stand ich einfach nur da neben dem Bett und sah ihm beim Ausruhen zu.


So viele verschiedene Gedanken schossen mir durch den Kopf. Zum Einen konnte noch immer nicht wirklich begreifen, dass er ein Gestaltwandler war. Zum Anderen hatte er mich zu seinem Gefährten erklärt, ohne dass ich wirklich wusste, was das zu bedeuten hatte. Ich wusste, dass er um die Führung in einem vereinten Rudel kämpfte, aber was bedeutete das für mich bzw. uns? Wie könnten wir jemals zusammen sein, wo er noch dieses andere, dieses paranormale Leben führte?


So viele Fragen und kaum Antworten.


Trotz allem, eine Sache war sicher. Wer auch immer er war und was auch immer passieren würde, ich war von ihm markiert und in Besitz genommen worden.


Sicher, ich hatte die Wahl gehabt, aber ich hatte mich entschieden, ihm gehören zu wollen. Ich wollte sein Eigentum sein.


Nach all den frustrierenden Jahren, die ich mit den launischen, sex-besessenen schwulen Männern vergeudet hatte, die ich im Internet kennengelernt hatte, war es schön, endlich einen echten Kerl für mich gefunden zu haben.


Er hatte seine Besitzansprüche auf mich angemeldet, indem er mir seinen Samen tief in den Anus gedrückt hatte. Und mir hatte es gefallen. Was konnte ich noch mehr wollen?


Ein Gähnen unterdrückend legte ich mich neben ihn aufs Bett.


Um ehrlich zu sein, war es mir egal wer er war oder in welche politischen Angelegenheiten er verwickelt war.


Alles, was zählte, war, dass er mich mochte, nein, mich liebte.


Das reichte mir völlig aus.


Ich legte meinen Kopf auf seine nackte Brust, lauschte dem gleichmäßigen Rhythmus seines Atems und Herzschlags und sog den wunderbaren Moschusduft meines neuen Gefährten auf, während ich mir unsere gemeinsame Zukunft in den rosigsten Tönen ausmalte.


***


Am nächsten Morgen wachte allein in meinem Bett auf.


Ich stand auf und schaute mich in der Wohnung um, von Hunter keine Spur.


Verwirrt und am Boden zerstört begann ich mich zu fragen, ob alles nur ein Traum gewesen war oder ich halluziniert hatte. Ich wusste es. Jemand wie ich würde sein Leben lang allein bleiben. Einen Partner, einen Gefährten zu haben würde für mich nie zur Realität werden. Ich musste der Wahrheit ins Gesicht blicken. Es war mein Schicksal, allein zu bleiben. Das war der Lauf der Dinge und den musste ich akzeptieren.


Ich ging zurück in mein Schlafzimmer.


In der Luft stand noch ein leichter, würziger Zitrusduft, Hunters Duft.


Halt, dachte ich. Dann war es vielleicht doch kein Traum gewesen.


Mein Blick wanderte über das Bett, wo ich etwas auf dem Kissen bemerkte.


Es war ein Zettel mit einer Nachricht.


Ich nahm ihn und las:


Julien,


du warst so gut zu mir, hast dich so gut um mich gekümmert. Aber in meiner Nähe zu sein ist zu gefährlich für dich. Ich könnte mir niemals verzeihen, falls dir etwas passieren sollte. Ich werde fortgehen und für eine Weile untertauchen, es ist zu deinem Besten. Such nicht nach mir. Es ist nicht sicher. Der Streit um die Führung des Rudels, in dem ich mich befinde, ist ein Kampf auf Leben und Tod. Sollte ich ihn gewinnen, werde ich jemanden schicken, um dich zu mir zu holen.


Dein Hunter


Nein, dachte ich in Schrecken versetzt.


Hunters Kuss letzte Nacht hatte mich vor einem leidenschaftslosen Leben bewahrt. Er hatte meine Leidenschaft wieder angefacht. Ich hatte mich wieder lebendig gefühlt und würde alles dafür tun, dieses Gefühl zu bewahren.


Wohin war er gegangen?


Ich wollte nicht einfach hier warten wie eine Jungfrau in Nöten. Ich wollte für meinen Mann da sein. Und ich wollte nicht darauf warten, bis er der Anführer war.


Ich würde ihn finden.


Aber wo? Ich hatte noch immer keine Ahnung, wohin er verschwunden war.


Vielleicht sollte ich doch einfach nur die Stellung halten.


Es könnte gefährlich werden.


***


Später an diesem Tag ging ich zur Arbeit im Montreal Grand Hospital, doch anstatt mich auf meine Patienten zu konzentrieren, konnte ich an nichts anderes denken als diesen atemberaubenden Kuss, den Hunter mir gegeben hatte und wie er mir dann seinen Samen besitzergreifend in den Arsch geschoben hatte und mich zu seinem Gefährten erklärt hatte.


Das, und natürlich die Tatsache, dass er ein Werwolf war, der sich inmitten eines erbitterten Kampfes um die Führung des Rudels befand.

All diese Dinge machten mich heiß und befeuerten meine Gier nach mehr.


Aber wohin war er verschwunden? Ging es ihm gut?


Er hatte gesagt, dass er fortgehen musste, weil er mich nicht in Gefahr bringen wollte. Das war sehr süß von ihm, aber gleichzeitig deprimierte es mich.


Wie sehr ich ihn vermisste! Ihn nicht bei mir zu haben fühlte sich an wie tausende Stiche mitten ins Herz.


Meine Kollegin Marie, eine vollbusige 22-Jährige Blondine mit blauen Augen, gerade frisch mit der Ausbildung fertig, tippte mir auf die Schulter.


Julien“, sagte sie mit ihrem niedlichen französischen Akzent, „Die Chefin möchte, dass du zu Zimmer 639 gehst. Ein Patient braucht eine Morphiumspritze.“


Benommen, nahm ich den Aufzug in den sechsten Stock, holte mir eine sterile Nadel und untersuchte den Patienten.


Ein gut aussehender, blonder Typ lag auf dem Bett, in ein blaues Krankenhaus-Nachthemd gekleidet. Er hatte zahlreiche Bisswunden und Schrammen an seinen Armen und Beinen.


Besonders interessant war, dass er auf seinem rechten Unterarm ein Tattoo hatte, das einen Jaguar mit zwei erhobenen Tatzen zeigte. Es sah genauso aus wie Hunters Tattoo, abgesehen davon, dass es nur einen Jaguar zeigte wohingegen Hunters einen Jaguar und einen Wolf hatte.


Ich wurde misstrauisch.


Der Patient döste, also nahm ich das Klemmbrett mit seiner Krankenakte.


Sam Stanton, Alter: 27. Am Straßenrand gefunden mit mittelschweren Verletzungen. Vermutlich vom Dach eines Hauses gestürzt, wozu er sich jedoch nicht äußern wollte.


Mit erschrockenem Blick begriff ich schließlich: Dieser blonde Typ war der Jaguar, den Hunter vom Dach gestoßen hatte. Er war der Jaguar in menschlicher Gestalt.


Ich schielte auf die Spritze und tauschte sie gegen eine mit Kaliumchlorid gefüllte aus. Zu viel Kaliumchlorid im Blutkreislauf und das Herz bleibt stehen.


Ich hatte eine Idee.


Ich würde diesen Kerl dazu zwingen, mir zu sagen, wo Hunter war.


Überkommen von einem plötzlichen Wutanfall, nahm ich ein mit Wasser gefülltes Glas von seinem Nachttisch und schüttete es ihm ins Gesicht.


Der Patient erwachte prustend.


Ich beugte mich ganz nah zu ihm herunter und sprach mit fester, kontrollierter Stimme: „Hör mir zu, Freundchen. Du hast die Wahl: Entweder sagst du mir, wo ich Hunter finde oder ich gebe dir diese Spritze mit Kaliumchlorid. Kaliumchlorid verwenden Ärzte zur Sterbehilfe, wenn du verstehst, was ich meine.“


Sein von Entsetzen gepackter Blick verriet mir, dass ich gewonnen hatte.


Er schluckte und sagte dann: „Hunter hält sich für gewöhnlich in seinem Lager auf, in der Alpha-Höhle im Parc Jarry.“


Ich lächelte, legte die Spritze zur Seite und schlug Sam Stanton ins Gesicht.


Er war wieder bewusstlos.


Bin ich ein kleiner Dreckskerl oder was? Ja, ich kann auch austeilen, wenn es um meinen Mann geht. Keiner legt sich mit meinem Mann an ohne auch mit mir rechnen zu müssen.


Ich sah aus dem Fenster in das schwache, winterliche Sonnenlicht Montreals. Unten lag ein hübscher Park, in dem lachende Kinder spielten und Liebespaare spazieren gingen.


Während ich so die Händchen haltenden Paare beobachtete, fasste ich einen Plan.


In der Liebe ging es darum, für seinen Partner da zu sein, egal was auch passiert.


Ich würde Hunter finden und ihm helfen, seien Kampf zu gewinnen.


Hunter, dachte ich, ich komme zu dir!


***


Vielen Dank fürs Lesen!


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